Dunedin hatte die erste Mädchen High School der Welt. Und hier hin ging die erste Lieferung von gefrorenem Fleisch in der Geschichte. Gut, das mit der Mädchenschule finde ich jetzt ja nicht sonderlich spannend, aber bei Fleisch werde ich immer hellhörig! Also los nach Dunedin (was übrigens Dannieden ausgesprochen wird – Schotten ey…) und dort ein paar Tage verbringen! Schließlich gibt es hier auch noch Otago Peninsula im Umland und das reicht auf jeden Fall, um ein paar Tage dort zu verbringen!

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Dunedin und Otago Peninsula

Untergekommen bin ich im Manor Backpackers Hostel. Das ist eigentlich ziemlich gut, es gibt eine große Küche, einen TV Raum und die Zimmer sind absolut top! Nach den Tagen auf der Straße bin ich meistens erst mal platt und man kommt ja auch erst irgendwann mittags an, also hab ich den ersten Tag mal für Hygiene und Entspannung verwendet.

Video: Dunedin und das Umland

Am zweiten Tag hatte ich Glück mit dem Wetter also bin ich raus aus der Stadt und nach Otago Peninsula gefahren. Das ist hmm wie soll man sagen…eine Art Halbinsel, an die Dunedin angrenzt. Hier gibt es einige Kolonien an Albatrossen, Robben und Pinguinen. Und eine Burg. Eine Burg in Neuseeland? Ja. Ich weiss bis jetzt auch noch nicht warum und weshalb weil ich mir nicht vorstellen kann, dass irgendwann irgendwelche Ritter mal über den Ozean geritten kamen und Dunedin angreifen wollten. Aber mei, die Schotten, die hier die Region damals besiedelt haben, wollten dem Namen der Stadt wohl gerecht werden. Denn Dunedin = gälisch für Edinburgh was im original so viel heißt wie „Festung am Hügelhang“. Hügel gabs, die Festung haben sie halt gebaut. Crazy….

Otago Peninsula

Den Weg zur Burg hab ich mir mit dem Delfin dann auch angetan. Dumm war: ich habe meinen Geldbeutel im Hostel vergessen. Und schon die Einfahrt auf den Parkplatz hat Geld gekostet und der Eintritt für die Burg lag bei 40$. Hmmja nein. Problem: Das ist eine Straße auf der du nicht wenden kannst. Oh, da kann ich schnell auf den Feldweg fahren. Und wenn du dann auf dem Feldweg bist merkst du, dass du nirgends drehen kannst. Dann wenigstens die Aussicht genießen!

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Albatrosskolonie – laut, windig, wild

Die Burg konnte ich also von meinem Zettel streichen. Also weiter zum Royal Albatross Centre. Klar: Eintritt kann ich nicht zahlen, aber ich bin ja nunmal schon unterwegs und da wird man wohl auch was ohne Eintritt sehen! Japp. Viele Albatrosse (ist das der Plural von Albatros?) haben nicht gerade gebrütet aber die Felsen mit der Brandung waren schon nicht schlecht.

Allans Beach – Robben schauen!

Und weiter geht die Reise nach Allans Beach. Auf meiner Karte ist da eine dicke fette Robbe eingezeichnet. Gut, ich bin jetzt nicht bekannt dafür, dass die dann bei mir da auch sind, aber so lange es zumindest einen Strand gibt bin ich dabei! Und ja, einen Strand gabs da. Aber hallo!

Ich wander also da so entspannt am Strand im Sand entland und dann hör ich dieses Schnarchen. Es hat mich spontan an jemanden erinnert, dessen Name ich hier natürlich nicht verraten werde, aber der konnte es ja nicht sein. Und dann schau ich und dann liegt da so ganz entspannt der Arjen. Als hätte ihn jemand so richtig schön gefoult. Im 16er. Und er wartet auf die Sanitäter.

Otago Peninsula

So eine Robbe in freier Wildbahn zu sehen ist schon krass. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht mal ob das eine Robbe ist oder war, oder ein Seelöwe oder ein Seeleopard (das glaube ich nicht, weil die eine Art Leo Muster im Fell haben). Ich hatte das Glück ja schon mal in New Pymouth aber das hier war noch mal ein größeres Kaliber. Und wie entspannt die Jungs sind. Die machen mal die Augen auf, schauen dich an, dann wird etwas im Sand herumgegraben bis man wieder bequem liegt und weiter geschnarcht. Miau!

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Danach hab ich noch einen kurzen Abstecher zu Hoopers Inlet gemacht – aber das war nix. Also zurück nach Dunedin und den Tag ausklingen lassen.

Dunedin – Neuseeland im Gewand der Schotten

Schon wenn man nach Dunedin einfährt kann man sehr klar den Einfluss der Schotten sehen. Viele Straßen oder andere Namen haben ein „Mac“ im Gepäck und auch die Gebäude sehen irgendwie…naja…eben schottisch aus. Also der britische Stil eben. Und was ich an Neuseeland so toll finde ist die Streetart. Hier gibt es sooo krasse Graffitis!

Dunedin Street Art

Also heute eine Tour durch die Stadt gemacht. Mit der Karte in der Hand gings los und weil wir in Neuseeland in einer schottisch geprägten Stadt sind, wo gehen wir als erstes hin? Richtig: In den Chinesischen Garten! Das ist schließlich einer von nur drei traditionellen Gärten der Welt, die außerhalb Chinas liegen. Eintritt? 9$. Schnäppchen hab ich mir gedacht! Und dann fest gestellt, dass das Ding ca. 150qm groß ist. Naja. Trotzdem eine Oase der Ruhe!

Weiter gehts zum Bahnhof und ganz ehrlich: Liebes Würzburg, liebes München, liebes Augsburg: Schneidet euch hier mal eine Scheibe ab mit euren hässlichen Bahnhöfen!

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Das hat mal Stil! Und weiter gehts. Dunedin ist die Heimat des größten Kiwi Schokoladenherstellers: Cadbury! Und da kann man eine Führung machen. Und es gibt gratis Schokolade. Check! Vorher noch schnell zum Countdown Supermarkt und einen Happen zu Essen kaufen, sonst halte ich die 75 Minuten nicht aus (Eintritt übrigens 22$ – das geht).

Andy und die Schokoladenfabrik

Und dann wieder so eine typische Geschichte. Du stehst an der Kasse. Vor dir ist einer und der will Tabak. Aber er weiss nicht welchen. Jetzt ist das in Neuseeland so, dass die Tabak nicht ausstellen oder zeigen dürfen. Das heißt, die Dame an der Kasse rennt dann los und holt eine Liste. Der Junge etwas verschämt: Sorry! Und logo: das war kein Kiwi! Also ich gefragt: Where you from? Antwort: Bavaria! Sauber. Nicht mal „Germany“ sondern gleich „Bavaria“! Der Hannes kommt also aus Rosenheim und so hat man sich gefunden und die Tour durch die Schokoladenfabrik zusammen gemacht. Fotos während der Führung sind natürlich verboten, aber einen leckeren Bartschutz hab ich bekommen. Ich musste sogar ein Haarnetz tragen. Warum konnte mir selbst die Führerin nicht sagen!

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Man sieht sofort, dass der Bart fachgerecht verdeckt wurde. Oder auch nicht. Die Führung war nicht schlecht. Irgendwie Sendung mit der Maus in Echt. Und jeder von uns hat eine Tüte bekommen, in die immer mehr Schokolade gestopft wurde. Hat sich gelohnt! Und der Hannes…mei, a uriger Bayer halt!

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Kirchen in Dunedin

Weiter gehts, es ist erst 2 Uhr. Wir sind dann noch etwas durchs Zentrum geschlappt und haben uns so dies und das angeschaut aber Hannes musste dann zurück in sein Hostel. Ich hab erst mal meinen Hunger befriedigt und einen Dönermann gefunden. Auch das ist ein Geschmack von Heimat!

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Ich wollte mir dann noch zwei Kirchen anschauen, weil ich in Neuseeland noch in keiner einzigen Kirche war und naja…sollte man eben mal machen. Nummer eins: Die St. Paul’s Cathedral (Anglican)

St. Paul's Cathedral Dunedin

Von außen ziemlich schön. Den Innenraum seht ihr im Video.

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Nummer zwei: Die First Church (Presbyterian)

First Church Dunedin

Auch sehr schick. Hier saß ich dann eine Weile. Vor allem, weil der Pfarrer ankam und sich einfach mit mir unterhalten hat. Und zwar nicht über religiöse Sachen, sondern einfach Kiwi Style. Hey man, warst du schon in Otago Peninsula? Ja? Wie wars? Ach ne Robbe gesehen! Super, oder? Wie lange bleibst du noch in Dunedin? Du musst unbedingt noch zum Orokonui Ecosanctuary. Und wenn das ein Pfarrer zu mir sagt, dann werde ich das morgen mal machen! Diese Kiwis ey…

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2 Responses to In Dunedin und um Dunedin herum
  1. … ich bin nicht mehr ganz so jung – dennoch: Wenn ich Deine locker geschilderten Reisenotizen lese, dann fängt es so richtig an zu kribbeln. Alles liegen lassen und raus in die Welt … mit 60 fängt das Leben so richtig … oder wie war das Gruß aus dem Osnabrücker Land Gerd

    • Hallo Gerd,
      ich glaube, dass das Alter einfach gar keine Rolle spielt. Ich habe unterwegs so viele Leute getroffen, die weit über 60 sind und trotzdem in Bali, Thailand oder Neuseeland unterwegs sind. Mit 60 fängt das Leben an! 🙂
      Und vielen Dank für das Lob! Das freut mich wirklich!


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