Was war das heute wieder für ein Tag. Ich glaube ich habe selten so gelacht und so viel Spaß gehabt wie heute. Wir waren Reiten am Farewell Spit. Schon wieder ein Horse Trek. Aber diesmal ganz anders. Nicht so entspannt wie der Horsetrek in Fjordland, etwas anspruchsvoller und auch länger. Und dank meinem störrischen Pferd auf eine bizarre Art urkomisch. Denn mein Kläpper hat wirklich viel gemacht. Aber sicher nicht das, was ich von ihm wollte…

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Horse Trek am Farewell Spit

Von Motueka aus sind wir nach unserer Kayak Tour durch den Abel Tasman Nationalpark gestern ziemlich schnell eingeschlafen und waren heute früh erstaunlicherweise ziemlich muskelkaterfrei. Sehr gut, denn heute steht ein Ausritt am Farewell Spit auf dem Programm. Ich hatte die Jungs gestern noch angerufen und wir hatten einen Termin um 11 Uhr. Der Farewell Spit ist von Motueka zwar nicht allzu weit entfernt, aber da man über den Pass entlang des Abel Tasmans muss und man da natürlich nicht allzu schnell fahren kann, dauert der Trip 2 Stunden. Rechnen wir noch einige Stops für Tanken, Bilder und sonstige Unterbrechungen mit ein sind wir bei 2,5 Stunden. Ergo: Früh genug los fahren!

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Das Wetter war gemischt. In Motueka noch ganz gut, aber sobald man über den Pass und somit die Wetterscheide kommt wird man von Nebel empfangen, der irgendwann auf Höhe der Golden Bay in leichten Niesel Regen umgeschlagen ist. Als wir dann aber an unserem Ziel – dem Farewell Spit – angekommen sind, war das Wetter zumindest stabil.

Wir hatten eine Tour bei Cape Farewell Horse Treks gebucht (ich glaube am Farewell Spit gibt es auch keine andere Company, die Ausritte anbieten) und dachten eigentlich, dass wir direkt auf den Farewell Spit reiten. Kurze Info: Der Farewell Spit ist eine 39km lange Sandbank am nord-westlichsten Zipfel der Südinsel Neuseelands. Und sieht aus dem Weltall aus wie ein Kiwi Schnabel.

Farewell Spit

Dort muss es jede Menge Robben, Seelöwen und sonstige Tiere geben, die wir eigentlich sehen wollten. Da man dort nicht einfach rein laufen kann lag ein Horse Trek ziemlich auf der Hand. Um es vorweg zu nehmen: Falsch gedacht! Wir sind in die Berge geritten, hatten aber eine tolle Sicht auf den Farewell Spit und deshalb hatten wir absolut nichts zu meckern!

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Reithelm in meiner Größe? Gibt es nicht!

Ich hatte ja schon in Fjordland das Problem, dass mir der größte Helm – 64cm – gerade so gepasst hat. Leider gab es heute maximal 63cm. Ziemlich eng. Ich bekam dann einen verstellbaren. Von Pamela, deren Name ab diesem Moment meinen HInterkopf geziert hat. Richtig gepasst hat er nicht und lustig sah er natürlich aus, aber alles gut!

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Mit uns sind noch eine Schwedin und ein Däne geritten. Da ich den Namen von der Dame nicht verstanden oder mir merken konnte, erwähne ich auch nicht, dass der Kerl Peter hieß.

Rauf auf das Pferd!

Alex war von Anfang an ziemlich skeptisch. Ich musste mir natürlich Sprüche wie „Cowboy“ und „Brokeback Mountain“ anhören. Und als er dann auf seinem Pferd saß sah er ziemlich eingeschüchtert aus. Das war so urkomisch, dass ich aus dem Lachen gar nicht mehr raus kam. Mein Pferd hieß Andy und war nicht nur ein sturer Gaul, sondern wohl in der Hierarchie auch ganz weit unten. Zumindest hat so ziemlich jedes andere Pferd versucht ihn permanent zu beißen.Und was ich ihm auch angezeigt habe: Das hat er manchmal gemacht, tendenziell eher meckernd und grundsätzlich einfach ignoriert. Die Grundlage für einen höllisch guten Ausritt war also auch am Farewell Spit gelegt!

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Der Anfang des Ritts ging über eine Schotterstraße. Was eigentlich für die Pferde kein Problem sein sollte. Aber mein Andy, der wollte halt nicht. Deshalb bin ich die ganze Zeit neben der Straße von ihm durch die gegend getragen worden, bekam so manchen Strauch ins Gesicht und bin mit den Beinen auch gerne mal irgendwo hängen geblieben. Der Beginn einer unendlichen Liebesbeziehung!

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Das hört sich jetzt vielleicht etwas schlimmer an, als es tatsächlich war. Im Prinzip waren die Pferde natürlich gutmütige und treue Seelen. Sie haben nur ihren eigenen Chrakter und Kopf etwas deutlicher gezeigt als in Fjordland. Und es war wirklich so komisch, dass Alex, der wie gesagt am Anfang etwas bedröppelt aus der Wäsche schaute, sehr schnell nur noch gelacht hat!

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Lämmerzeit – oh wie süß!

Anschließend ging es durch etwas Wasser und dann ab auf die Weide. Und da hier gerade die Lämmerzeit ist, sind lauter Mini-Wollemonster um uns herum gehoppelt. Sind die nicht süß? Bitte! Die sind sowas von knuffig!

Auf dem Pferd über den Farewell Spit…schauen

Anschließend ging es hoch. Immer höher und zwar über gar nicht so einfaches Gelände. Man musste viel mit dem Pferd arbeiten und vorbeugen und zurück lehnen und Hacken anlegen etc. Selbst die Schwedin, die 8 Jahre lang ihr eigenes Pferd hatte, meinte, dass es ein interessanter und nicht unbedingt super anspruchsloser Ausritt ist. Und die muss es ja wissen!

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Und kaum bist du oben, hast du einen Ausblick auf den Farewell Spit. Sagenhaft. Mein Gott, ich liebe diese Landschaften hier in Neuseeland einfach. Man kann eigentlich gar nicht anders. Vor 3 Tagen standen wir auf einem Gletscher. Gestern sind wir mit dem Kayak an Traumstränden entlang gepaddelt. Und dann hast du heute diesen Ausblick!

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Und Alex gefiel die Sache auch immer besser! Irgendwann bekam ich dann irgendwie Angst vor Brokeback Mountain…

Zumindest hatte er ein Grinsen im Gesicht, das gar nicht mehr weg ging. Ich bin also nicht der einzige, der bei so was nicht aufhören kann zu lachen. Man freut sich eben. Es ist toll, macht Spaß und hey: Ein Horse Trek am Farewell Spit? Die Gelegenheit hat man leider nur selten im Leben, oder?

So ein Pony, das kann alles…

…ist eine Zeile aus einem meiner geliebten Immenhof Filme. Können schon, wollen aber nur eben wenn es will. Und das bekam ich ab und zu gerne mal charmant zu spüren. Denn nun war es vorbei mit der gediegenen Traberei. Ab jetzt ging es in den Galopp. Und wenn man darauf nicht vorbereitet ist und das Pferd einfach anfängt, weil die anderen Pferde anfangen…das kommt überraschend. Wenn man dann von der Reittechnik keine Ahnung hat, dann gibt es auch ein paar kräftige Schläge auf den Hintern. Und wenn man ein Mann ist, kann es auch durchaus mal schmerzhaft sein. Gott sei Dank habe ich es gerade noch geschafft letzteres zu vermeiden. Sturer Kläpper!

Sobald man den Dreh aber mal raus hat und weiß, wie man sich in die Steigbügel stellen muss und den Rhythmus des Pferdes erkennt, geht es dann auch ohne Klatsch-Klatsch-Klatsch. Und es macht soooo viel Spaß! Es ist etwas fortgeschrittener, als einfach nur vor sich hin zu trotten. Und weil es so viel Spaß macht, sind wir dann auch des öfteren wirklich Galoppiert. Huiii. Und Alex hat in der Zeit schon von seinem Wendy Abo geträumt…

Video: Reiten am Farewell Spit

 

Wer den Berg nach oben reitet, muss natürlich auch wieder runter. Und das ist irgendwie einfacher gesagt als getan, denn es wurde ziemlich steil. Und der gute Andy will ja nicht auf dem normalen Pfad laufen. Nein, er muss gaaanz nach außen. Und ca. 50cm neben dir geht es einfach nach unten. Andy mein Freund, ich vertraue dir mal. Denn ich gehe davon aus, dass du noch an deinem Leben hängst und keinen Quatsch mit mir vor hast. Und letztendlich ist er ganz entspannt da hinunter gekraxelt. Man muss sich einfach entspannen. Der Junge hat das ja schon ein paar Mal gemacht. Er kennt sich aus. Er ist quasi ein Local!

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Horse Trek am Farewell Spit? Unbedingt empfehlenswert!

Es war wirklich wieder außergewöhnlich toll und hat sich komlett gelohnt. Wir hatten so viel Spaß, haben gelacht, die frische Luft genossen und auch wenn die Pferde etwas stur waren, so gab es keine Sekunde das Gefühl, dass es irgendie auch als Anfänger Probleme geben könnte. Unsere Guidin war lustig und informativ und hat im Prinzip die ganze Zeit munter vor sich hin geplappert. Also wenn ihr mal am Farewell Spit seid und die Chance habt: Geht Reiten! Absolut!

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