Der Forgotten World Highway ist geschafft und an seinem Ende liegt der Mount Taranaki im Herzen des Egmont National Parks. Oder besser gesagt: Da steht ein 2518 Meter Brocken irgendwo im Flachland. Und natürlich wollte ich dort hoch steigen. Aber wie immer bei mir war das leichter gesagt als getan.

Der Mount Taranaki im Egmont National Park

Um direkt fühs aufbrechen zu können (und um einen kostenlosen Campingplatz zu ergattern) habe ich mein Backpacker Auto direkt im Nationalpark auf dem Potaema Carpark geparkt, um dort die Nacht zu verbringen. Ich wollte eigentlich noch ein Stück weiter nach oben auf das Stratford Plateau, aber das Schild mit „Nur Allrad oder Schneeketten Fahrzeuge“ hat mich doch etwas abgeschreckt. Aber der Berg sah fantastisch aus und ich habe mich schon auf den Morgen gefreut!

Mt Taranaki

Nach einer kalten aber dennoch machbaren Nacht bin ich voller Vorfreude aufgestanden, hab zum Berg geschaut und nix gesehen. Gar nichts. Als wäre er einfach verschluckt worden. Mal schnell einen Blick aufs Handy -> Wettervorhersage: strahlender Sonnenschein. Super. Irgendwo, aber sicher nicht hier! Der Berg war einfach in einer riesigen Nebelschwade verschwunden.

Aber ich lasse mich nicht abschrecken. Ich hab ja schon im Volcanic Valley erlebt, wie so etwas schnell vorbei gehen kann. Vorher noch schnell bei der iSite angerufen, ob der Enchanted Walkway machbar ist? Klar! Gut. Also Mount Taranaki: hier komme ich!

Das erste Stück im Wald war sehr angenehm. Kein Wind. Der ist nämlich der wirklich gemeine Part. Und dieser Wald sieht so verwunschen aus. Als wäre das wirklich irgendwie ein verhextes Stück Land in dem eine böse Fee das sagen hat oder so. Auch der Bewuchs ist ganz anders als bei uns. Unfassbar dicht. Und diese Bäume…

Enchanted Walkway zum Mount Taranaki

Kurz danach wurde es allerdings ziemlich steil und dann kam der Schnee und dann das Eis. Gepaart mit Nebel und Wind also wunderbarstes Wetter für einen Ausflug mit Ausblick. Oder auch nicht. Letztendlich war der Trip ein vollkommener Schuss in den Ofen und bis auf ein paar verbrannte Kalorien gab es nix. 3 Stunden für die Katz. Was willst du machen. Manchmal verlierst du, meistens gewinnt der Berg. Taranaki 1. Andy 0.

Enchanted Walkway-6

Ich bin dann mal nach Stratford gefahren und habe mich in der iSite noch mal informiert, was bei dem Wetter denn machbar sein könnte. Versuchen Sie es doch mal mit den Dawson Falls im Egmont Park. Die sollten machbar sein. Okay. Passt mir gut, da ist nämlich auch der Dawson Falls Car Park und da kann ich direkt schlafen!

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Dawson Falls

Von Stratford also wieder rein in den Egmont National Park. Und immer den Taranaki vor Augen. Gut, an dem kann man auch nicht so wirklich vorbei schauen, so wie der da einfach in der Prärie steht. 25 Kilometer hoch auf 700 Meter und dann Auto parken, Sachen packen und los laufen. Ich war echt gespannt, was da so auf mich zu kommt, aber der Weg selbst war schon ganz cool eigentlich.

Dawson Falls

Und dann hört man irgendwann das Rauschen. Oh bitte: Lass das gut werden, sonst ist mein ganzer Tag dumm gelaufen. Aussichtsplattform…Checkpott!

Dawson Falls

Aber das reicht mir nicht! Ich laufe also runter und…wooow. Wahnsinn. Das hat mir glatt mal den Tag gerettet! Die Dawson Falls waren wirklich spektakulär!

Danach konnte ich beruhigt in mein Bettchen hüpfen und ich hab mich wirklich gefreut, dass der Tag nach dem schlechten Start doch noch was gebracht hat. Was ich dabei vergessen hatte: die Nacht! Denn die war schweine kalt. Das war das erste mal, dass ich nachts aufgewacht bin, weil ich gefroren habe. Aber: Fleece angezogen, Kapuze vom Schlafsack zu ziehen. Läuft!

camping neuseeland winter

Nach dem Aufstehen mal einen Blick auf das Auto geworfen: Ja, war wirklich kalt heute Nacht!

Backpacker Auto Neuseeland

Mal eben umdrehen und schauen was der Taranaki so macht.

Mount Taranaki

Alles klar. Ich wollte zwar nicht, aber wenn du mich so herausfordernd anlachst lieber Mount Taranaki, dann versuch ich es heute eben noch mal!

Mount Taranaki-13

Mount Taranaki

Also Frühstücken, anziehen, Schuhe raus und alles packen. Der Infopunkt sollte um 9 Uhr auf machen. Also noch eine Stunde rum sitzen und warten. Denn man sollte den Taranaki im Winter nicht alleine besteigen, ohne irgendwem Bescheid gegeben zu haben. Falls was passiert wissen die zumindest, dass du irgendwo da oben rum turnst. Als um 9:30 Uhr immer noch niemand da war wars mir dann aber zu doof. Aber ich habe dann gesehen, dass die eine Art Logbuch haben, wo man sich eintragen kann. Das habe ich dann gemacht und los gings. Auffi auf den Berg!

Mount Taranaki

Ich habe allerdings sehr schnell gemerkt, dass das wieder keine einfache Sache wird. Ziemlich schnell kam der Schnee und auch das Eis. Ein paar mal hat es mich fast hin gelegt aber ich habe mich irgendwie immer wieder gefangen. Trotzdem wollte ich nicht aufgeben. Nicht so schnell. Ich wusste klar, dass ich nicht bis nach oben komme Aber ein Stückchen sollte es doch sein. Zumindest bis raus aus dem Wald. Und so habe ich mich Schritt für Schritt am Taranaki nach oben gekämpft.

An der Hooker Hut habe ich dann eine Pause eingelegt und mir gesagt, dass ich nicht verrückt bin. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Ich bin noch etwas weiter gelaufen, aber auf ca. 1150 Metern habe ich dann einfach kehrt gemacht. Es war wirklich so eine krasse Rutschpartie! Taranaki 2. Andy 0. Naja, der Berg gewinnt halt.

Video: Am Mount Taranaki, den Dawson Falls und im Egmont National Park

Auch heute habe ich wieder ein Video gemacht. Viel Spaß und wie immer freu ich mich über jeden Like, Share, Kommentar oder was auch immer 😉

 

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