02 Sep 2015
September 2, 2015

Reiten in Fjordland

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Reiten wollte ich schon lange mal. In Nashville hat es nicht geklappt, am Farewell Spit war das Wetter so schlecht, dass ich gar nicht erst hin gefahren bin aber jetzt, hier in Fjordland, wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen. Also habe ich gestern früh einfach meinen Zimmerkollegen Caesar aus San Francisco gefragt, ob er nicht Lust hätte mit mir einen Horse Trek zu machen. Yeah, why not?

Reiten in Fjordland

Reiten in Fjordland

Ich oute mich mal wieder: Als ich ein Kind war habe ich die Immenhof Trilogie geliebt. Wenn Dick, Dalli, Edelbert und Oma Hansen über den Bildschirm geflimmert sind war die Welt für mich in Ordnung. Was muss es für ein tolles Leben sein auf einem Ponyhof aufzuwachsen? Und wenn ich heute gelangweilt durch die Sender zappe und irgendwo ein Teil der Immenhof-Reihe kommt, lege ich die Fernbedienung zur Seite und lasse mich für zwei Stunden zurück in meine Kindheit versetzen.

Und als Pseudo Cowboy wie ich nunmal einer bin sollte man eine gute Beziehung zu Pferden eh pflegen! Nach einigen nebligen Tagen hier in Manapouri konnte man gestern zum ersten mal wieder die Berge Fjordlands sehen. Und hier bei uns in der Hostel-Hütte liegt ein Flyer rum: Horse Treks Te Anau. Will ich machen und Caesar ist auch dabei. Nur: leichter gesagt als getan!

Wir googeln also den Namen: nur Trip Advisor Ergebnisse. Ah schau mal, da steht ganz klein auch eine Homepage. Als ich die aufrufe kommt aber irgendwas von wegen „Solutions for small businesses“. Das kann es ja auch nicht sein. Irgendwo finde ich noch eine Telefonnummer: The number you have called is disconnected. Okay, ich hab es verstanden: Die Jungs gibt es nicht mehr!

Also mal eben schnell Jimmy den Hostel-Besitzer fragen: Hey Jimmy, kann man hier irgendwo reiten? Na klar! Liegt bei euch im Zimmer nicht ein Flyer? Doch, aber ich glaube die Jungs gibt es irgendwie nicht mehr! Hmm okay dann gibt es noch einen. Andy heißt der! Andy? Der gefällt mir jetzt schon. Also wieder bei Google rein: „Horse Trek Fiordland Andy“ und da ist er auch schon. Ein kurzer Anruf: Termin um 1 Uhr steht! Jippie!

Horsetrek Te Anau, oder: wie viel Respekt ein Pferd einflößt

Te Anau liegt ziemlich genau 20km von Manapouri entfernt und entgegen der Gewohnheiten hier in Fjordland gibt es sogar eine aslphaltierte Straße! Yay! Die Farm liegt dann noch mal 6km hinter Te Anau, ist aber leicht zu finden. Und schon in dem Moment, wenn man von der Hauptstraße abbiegt und Richtung Reiterhof fährt, kann man sehen, dass es landschaftlich auf jeden Fall ein Erlebnis wird. Wie das mit mir und dem Pferd wird ist natürlich eine andere Geschichte!

Als erstes: Sicherheitsregeln. Nein, wir sind nicht betrunken und ja, wenn wir hin fallen ist das natürlich unser Problem und niemand haftet. Jetzt geht es an die Helm-Verteilung. Da weiß ich schon wieder: Das kann nur lustig werden. Weil ich einen riesen Schädel habe! Aber es gab tatsächlich noch ein passendes Stück – der Größte im Sortiment mit stolzen 64cm hat mir dann am Ende gepasst!

Und ich sah aus wie Toad aus dem Nintendo Universum. Macht nix, weil Caesar, auch wenn aus San Francisco und gebürtig Phillipino, grundsätzlich aussieht wie ein Indianer Häuptling. Und weil er so gerne am frisch gespaltenen Holz schnuppert war sein Name auch schnell gefunden. Also schwangen sich Häuptling Smell-Wood und Little Toad in den Sattel, um Fjordland vom Pferd aus zu erkunden!

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Das erste Mal auf ein Pferd steigen? Das war irgendwie kein Problem. Aber dann drauf zu sitzen? Sehr respekteinflößend! Ich meine: Das ist keine Maschine, kein Quad oder Scooter der sicher links fährt, wenn du es willst. Es ist ein Tier, eine lebende, denkende und vor allem von Reflexen getriebene Kreatur. Da musste ich schon mal etwas atmen. Man sitzt plötzlich irgendwie 1,50 Meter höher als gewohnt, es bewegt sich und schaut dich auch mal an und checkt, ob du wirklich würdig bist in der Gegend herum getragen zu werden…

Video: Reiten in Fjordland

 

Insgesamt waren wir etwa 2,5 Stunden reiten und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Vorbei an Schafen und oh Gott ganz vielen ganz jungen Lämmern, die teilweise zu zweit gleichzeitig von der Mutter gesäugt werden. War das süüüüß! Andere Pferde grasen ebenfalls auf der Koppel und haben uns irgendwann einfach verfolgt (das war etwas scary!).

Die Landschaft – ja was soll ich dazu noch sagen. Es ist einfach eine mega Kulisse hier. Deshal bin ich ja auch schon eine Woche in Manapouri und war davor einige Tage im Magic Van unterwegs durch Fjordland. Wenn ich irgendwann mal auswandern sollte, ist das hier auf jeden Fall (mit Koh Tao) ganz weit oben auf meiner Liste!

Die Pferde waren super! Ich bin wie gesagt noch nie geritten, aber es gab null Probleme. Grundsätzlich laufen sie eigentlich eh die meiste Zeit dem Pferd vor ihrer Nase hinterher. Aber wenn man dann doch mal statt links rechts um den Busch reiten möchte reicht ein minimales Zeichen mit den Zügeln und schon wird auch das ohne zu murren gemacht. Man bekommt sehr schnell viel Vertrauen in die Tiere, weil man spürt, dass sie sehr ruhig, erfahren und gelassen sind. Und das war auch gut so!

Schön war auch, dass wir nur zu zweit mit Andy unterwegs waren und er uns viel erzählt hat. Zum Beispiel, dass die anderen schon seit 3 Jahren zu sind. Gut, dass es trotzdem noch überall Flyer gibt? Ja, die haben lieber in Marketing investiert aber nur alte und dumme Gäule gekauft. Okay, so kann das ja dann am Ende wirklich nicht zum Erfolg führen!

Ich habe auf jeden Fall ganz schön Blut geleckt und ich glaube nicht, dass das mein letzter Horse Trek in Neuseeland war. Der Farewell Spit steht immer noch auf der Liste und Alex sitzt ja schon im Flieger. Der will bestimmt unbedingt auch mal reiten!
In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute mit den wunderbaren Worten aus dem Immenhof: Trippel trappel trippel trappel Pony! Und wer immer noch nicht weiß, was der Immenhof ist:

PS: Was mich immer noch umhaut: Ab ca. 2 Minuten 45 sehr gut im Bild: Tanja K. aus B. mit dem grünen T-Shirt an der Gitarre (hab dich lieb Dannja!!!)!.

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3 Responses to Reiten in Fjordland
  1. […] the website, Island lullaby (it is in German). After spending three days in Manapouri and doing a horse trek with him, it was time to move along to Te Anau (only 20 minutes drive away from Manapouri) the lake […]


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