Kennt ihr das? Ihr wacht auf und habt keine Ahnung was ihr heute machen sollt. Dann überlegt ihr euch was und irgendwie macht ihr dann doch was ganz anderes? So einen Tag hatte ich heute. Schon wieder. Ungeplant aber am Ende unvergesslich! Und so sah das in etwa aus!

Ketetahi Hike

Ketetahi Hike: Das letzte Stück des Tongariro Crossing

Ich bin also heute früh in meinem lustigen Hostel aufgewacht und hatte echt sowas von keinen Plan was ich mit dem Tag anfangen sollte. Ich wusste nur: um 9 Uhr musst du auschecken. Also noch mal schnell unter die Dusche, die Karte raus holen und schauen wohin die Reise heute gehen soll. Ich hab mich dann dazu entschieden Richtung Westen zu fahren. Den Forgotten Highway nach New Plymouth. Gestern hat es ja geregnet, deshalb dachte ich mir, dass ein Hike irgendwie nicht in Frage kommt. Ich packe also meine Sachen und will gerade gehen, da kommt der Chef des Hostels an und sagt: Hey man, das ist David und der macht einen Hike. Das letzte Stück des Tongariro Crossing quasi rückwärts. Ich hab das irgendwie ehrlichgesagt nicht so ganz gecheckt aber hey: Ich bin dabei!

Ketetahi Hike Panorama

Also rein ins Auto und ca 25km von Turangi nach Süden fahren. Und dann siehst du schon, was in etwa auf dich zukommt. Eingeschneite Berge. Und was für welche. Unter anderem: Der Schicksalsberg Mount Ngauruhoe und der Tongariro. Na das kann ja lustig werden!

Schnell noch zwei Sandwiches schmieren und dann geht es los. Der erste Teil geht relativ entspannt durch den Wald. Und der Wald hier ist so dicht gewachsen – das kann man nicht mit dem Spessart oder einem anderen deutschen Wald vergleichen in dem ich bisher war. Es ist ein richtiger Urwald und das Besondere sind hier natürlich die Farne. Die wachsen meterhoch und sehen aus wie Palmen. Kein Wunder, dass der Farn das Wahrzeichen Neuseelands ist.

Ketetahi Hike-13

David war irgendwie ein lustiger Kauz. 27 Jahre alt aus Pensylvania und macht gerade in Wellington seine Doktorarbeit als Geologe. Mit Steinen kennt er sich also aus. Er war jetzt nicht gerade der gesprächigste, aber das ist mir bei so eine Tour eigentlich auch recht. Man unterhält sich aber dann ist man auch einfach mal leise und saugt alles in sich auf.

Ungezähmte Schönheit

Und es gab eine Menge aufzusaugen. In dem Moment wo du die Waldgrenze erreichst weht dir plötzlich ein richtig heftiger Wind um die Ohren und du hast eine 360° Rundumsicht – da musst du aufpassen, dass du das Atmen nicht vergisst! Unten im Tal zwei (eigentlich sogar drei) Seen und hinter dir stehen die dicken Brummer. Der Tongariro mit 1978 Metern und der Ngauruhoe mit 2291 Metern. Und irgendwo zwischen dir und diesen Bergen: Das Ketetahi Shelter oder Ketetahi Hut. Eine kleine Hütte, die im Notfall aufgesucht werden kann. Na so weit muss es heute nicht gehen. Aber das war zumindest vorläufig das Ziel unserer Reise. Auch wenn ich mir den Namen ums heulen nicht merken konnte.

Ketetahi Hike-12

Also aufwärts, immer aufwärts. Und immer mal umdrehen weil diese Aussicht einfach atemberaubend ist. Und da kann man sich auch nicht dran satt sehen. Ein Panorama wie gemalt. Und durch das traumhafte Wetter hatten wir eine Sicht – keine Ahnung. Reichen 100 Kilometer? Ich bin im Schätzen echt schlecht, aber es war irgendwie fast unendlich.

Die Wanderwege in Neuseeland sind wirklich top ausgebaut und gepflegt, so dass man überhaupt keine Probleme mit Matsch oder Schlamm hatte. Alles ist geschottert und dazwischen gibt es immer wieder so Gummimatten mit großen Waben, in denen der Schotter liegt die alles zusammen halten. Das ist richtig gut gemacht!

Bevor wir das Shelter erreicht haben sind wir irgendwann um eine Ecke gebogen und vor uns lag ein Tal das einfach sooo schön war. Drei Wasserfälle und einfach…ach gibts keine Worte für.


[sam id=“1″ codes=“true“]

Am Ketetahi Shelter

Am Ketetahi Shelter angekommen haben wir dann erst mal eine kleine Rast eingelegt. Ich hatte noch ein Sandwich, einen Muffin und Bananen und das muss ja alles weg. Ich schlepp das ja nicht umsonst mit mir in der Gegend herum! Während wir nun gerastet sind hat der Wind mal ordentlich zu genommen und angefangen richtig anständig zu blasen. Wir haben trotzdem beschlossen, dass wir noch etwas höher steigen und das haben wir dann auch getan. Ca noch eine halbe Stunde bergauf und dann ändert sich eben alles. Aus Schotter wird Schnee, aus Schnee wird Eis und irgendwann kann man ohne das passende Equipment nicht mehr weiter. Trotzdem hat sich der Anstieg noch mal gelohnt, da wir einfach eine noch schönere Aussicht hatten, direkt noch die aktive Stelle im Berg gesehen haben die munter vor sich hin dampft und die Luft in den Bergen ist eh unbezahlbar!

Ketetahi Hike-18

Insgesamt waren wir 5 Stunden unterwegs und ich glaub ich hab mir auch ein rotes Näschen geholt. Ich bin wieder zurück in mein Hostel gefahren und sitze jetzt vor dem warmen Holzofen. Ziemlich angenehm! Und morgen, morgen pack ichs dann gen Westen. Naja vielleicht!

[sam id=“1″ codes=“true“]

Bilder vom Ketetahi Tramp

Hier einfach unsortiert die Bilder von unserem Tramp zum Ketetahi Hut. Das Video gibts dann direkt darunter!

Video: Ketetahi Tramp

Auch heute gibts wieder ein Video. Auch wenn es definitiv nicht möglich ist das, was wir heute gesehen haben in Bilder zu packen. Das geht einfach nicht. Aber versuchen kann man es ja mal…

PS: Sorry für die teilweise schlechte Bildqualität. Full HD hätte 8 Stunden zum Hochladen gebraucht…

 .

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestby feather

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.