Ich bin im Moment so viel unterwegs, dass ich leider viel zu selten zum Schreiben komme. Aber heute hole ich mal etwas nach. Ich bin mittlerweile in Taupo angekommen. Aber auch nur in der öffentlichen Bibliothek, weil man da so herrlich WLAN schnorren kann! Danke für diesen Tipp Kleini! Davor war ich Rotorua und irgendwie an einigen Plätzen dazwischen. Im Prinzip läuft das meistens so, dass ich einfach die Straße entlang fahre und sobald ich ein braunes Schild sehe weiss ich: aha, da gibbet was zu sehen! Und da ich ich ja auf der Vulkanischen Route unterwegs bin hat es nunmal meistens irgendwas mit geothermischen Sachen zu tun. Aber fangen wir erst mal in Ruhe von vorne an…

Rotorua – Stadt voller Geschichte

Rotorua ist im Prinzip ein gewöhnliches neuseeländisches Städtchen. Allerdings liegt es direkt am Ufer des gleichnamigen Sees und dieser ist geothermisch sehr interessant. Man könnte auch sagen: Die ganze Stadt stinkt nach verfaulten Eiern! Denn so ist es einfach! Hier gibt es so viele heiße Quellen, die permanent vor sich hin köcheln und alles vollschwefeln, dass ich wirklich gedacht habe „Ich hab aber doch gar nicht gefurzt?!?“ als ich in diese Stadt eingebogen bin. Das ganze Auto hat ziemlich unerwartet einen seltsamen Geruch angenommen…

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Nun ja, es war mal wieder Zeit für eine Dusche und die letzten Nächte waren wirklich ziemlich kalt (also unterhalb des Gefrierpunktes) und deshalb habe ich mich einfach mal wieder in ein Hostel eingemietet. Das „Crash Palace“ war auch wirklich ziemlich cool. Die Zimmer sehr ordentlich, die Leute ziemlich lässig und das WLAN halbwegs stabil, direkt nebenan gibt es einen Pack and Save (der neuseeländische Aldi – endlich mal bezahlbare Lebensmittel!) und einen Food Court gibt es auch noch. Aber deswegen sind wir ja nicht hier, also raus und mal einen der unzähligen Tramps (so heißen hier in Neuseeland die Wanderungen) machen.

Ich kann euch nicht wirklich genau sagen welchen ich nun wirklich gemacht habe. Ich habe so einen verrückten aus Bochum kennen gelernt, der zum zweiten mal da ist und hier schon 50km Wanderungen an einem Tag gemacht hat. Okay, er hat sich verlaufen, aber er macht sowas wohl öfters. Wir sind also gemütliche 15km leicht einen Berg nach oben gestapft, vorbei an jeder Menge Blubberlöcher und quer durch einen Redwood Wald. Diese Bäume sind schon respekteinflößend. Ich mein: Als Kind des Spessarts ist man Wald ja gewohnt und das ist jetzt auch nicht so wirklich spektakulär (man ist ja nix anderes gewohnt) aber diese Bäume. Nicht schlecht.

Und Auch die Farne. Man denkt: warum wachsen hier mitten im Wald mitten in Neuseeland eigentlich Palmen? Tun sie nicht. Das sind Farne. Baumhoch. Ziemlich irre. Wir hatten dann auch Glück, dass der Geysier im Tal genau losgeschossen hat, als wir oben auf dem Berg waren. Der Kleine haut so ca. 30 Meter hohe Fontänen raus.

Erst mal Chillen. Am See.

Die nächsten zwei Tage habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Ich hatte einfach Lust mal nicht wirklich was zu machen. Ich musste einiges an Arbeit erledigen (irgendwelche Asiaten haben meinen Server gehackt und..naja unschöne Geschichte) und das konnte ich endlich mal machen. Also die Webseiten etwas gepflegt und dann habe ich etwas getan, was ich schon Monate lang nicht mehr getan habe: Ich habe einen Film geschaut! So banal aber doch so toll!

Dann bin ich auch mal zum See und da das Wetter so toll war hab ich mich da einfach mal ein paar Stunden auf eine Bank gesetzt und gelesen, gechillt, Musik gehört und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Hier in Neuseeland ist das Ozonloch ja noch wundervoll vertreten und meine Güte, das zieht ganz schön rein. Die Sonne hat selbst im Winter eine irre Kraft. Ich will gar nicht wissen, wie das im Sommer ist.

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Und dann war ich noch im Rotorua Museum of Art and History. Hier wird die Geschichte von Rotorua erzählt. Wie die Maori hier ankamen, dann die europäischen Siedler irgendwann, wie 1886 der Tarawera Vulkan ausgebrochen ist etc. Und auch das Museum selbst ist interessant, da es ein altbekanntes Badehaus ist.

Waimangu Volcanic Valley

Da ich aber ja nicht zum Spaß hier bin bin ich schließlich wieder aufgebrochen und weiter Richtung Taupo gefahren. Tapo ist jetzt nicht wirklich sonderlich weit von Rotorua entfernt – allerdings gibt es zwischendurch SO viel zu sehen, dass ich das sicher nicht auf einen Schlag geschafft habe. Erster Stop: Waimangu Volcanic Valley. Ein Tal, voller erdgeschichtlicher Beweise. Nachdem man geschmeidige 30$ Eintritt gezahlt hat darf man dann auch den Wanderweg entlang laufen. Und die 30$ Eintritt lohnen sich auf jeden Fall. Es geht vorbei an vier Kratern, die heute natürlich mit Wasser gefüllt sind. Aber trotzdem noch schlafend vor sich hin blubbern und brodeln. Es ist einfach spektakulär, wie hier die Erde lebt, atmet, spuckt. Und dass es trotz dieser unwirklichen Bedingungen Pflanzen gibt, die sich einfach direkt neben so eine Quelle setzen und sagen: is mir doch egal! Ich leb jetzt hier! Irre!

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Leider war das Wetter etwas schlecht. Es hat geregnet und dadurch gab es super viel Dampf. Später hat der Regen dann aufgehört und die Sonne ist teilweise sogar durchgebrochen. Also bin ich den Weg nicht nur einfach gelaufen und dann mit dem kostenlosen Bus zurück. Nein, ich bin einfach wieder zum Ausgang gelaufen. Ich schätze mal der Trip ist einfach so 4-5 Kilometer lang. Begegnet sind mir auf meinem Hinweg 0 Personen, auf dem Rückweg 3 kleine Gruppen zwischen 2 und 5 Personen.

Für die Nacht habe ich mir dann einen kleinen Campingplatz für Selbsversorger am Adratiatia Damm ausgesucht. An dieser Stelle kurze Werbung für die wundervolle App: Camper Mate! Hier findet man wirklich jeden noch so kleinen Campingplatz, eine öffentliche Toilette oder Dusche und alles was man braucht. Sau gut!

Und ich war, wie immer, alleine. Und hungrig. Also hab ich mir erst mal ein paar Hähnchenschnitzel in die Pfanne gehauen. Das gehört ja irgendwie auch dazu und von irgendwas muss man einfach leben!

schnitzeltime

Wairakei: Huka Falls und Craters of the Moon

Nach der Nacht im Auto wollte ich heute früh zu irgendeinem Wasserfall laufen von dem ich auf irgendeinem Schild gelesen habe. Da wird wohl alle 2 Stunden mal der Damm aufgemacht und dann bildet sich ein Wasserfall, wo vorher keiner war. Ich dachte das wäre nicht so weit, aber als ich nach ca. 2 Stunden mal jemanden getroffen habe (zwei nette Damen mittleren Alters) und die mir gesagt haben, dass es noch mindestens 1,5 weitere Stunden sind und ich doch besser mit dem Auto fahren soll hab ich mir gedacht: Ich höre mal auf euch. Also wieder zurück zu meiner entzückenden Van-Lady und los gefahren.

Und es ist wirklich so, dass ich im Prinzip eine grobe Richtung habe. Ich wusste, ich fahre irgendwo runter nach Taupo. Ich weiß ehrlich gesagt bis heute nicht, wie ich in Rotorua gelandet bin, aber es war toll. Und dann siehst du alle paar Kilometer: Sehenswürdigkeit X hier links abbiegen. Aussichtspunkt Y hier rechts abbiegen. Und ich mach es einfach. Und dann kommt man da an und dir fällt einfach die Kinnlade herunter.

Huka Falls

Die Huka Falls zum Beispiel. Ich wollte ja eigentlich zu dem oben beschrieben Wasserfall. Den hab ich aber nicht gefunden. Bzw. gedacht: Huka Falls, das wird das schon sein. Ich glaube aber nicht, dass DIESES Ding auch mal NICHT mit Wasser befüllt ist! Diese Farben! Man es tut mir echt leid, weil man das einfach nicht auf Bildern festhalten kann. Das Wasser hat ungefähr die Farbe eines Eisbonbons. Und die Gewalt dieses Stroms ist der Knaller. Leider war auch heute wieder Nieselwetter (nichts gegen dich Sebastian…) aber so ein Anblick. Da bleibt man mal ehrfürchtig ein paar Minuten stehen!

Craters of the Moon

Wenn man von den Huka Falls zurück zur Hauptstraße kommt, steht da gleich das nächste Schild: Craters of the Moon. Eine weitere geothermische Landschaft voller Krater, heißer Quellen, Schlammbecken etc. Na warum nicht, nehme ich mit. Eintritt: 8$. Für Neuseeland ein Witz, aber ich finde es etwas schade, dass vieles wirklich gebührenpflichtig ist. Nun ja, dafür gibt es dann eben ausgebaute Wege oder Pfade und Hinweis/Erklärschilder. Und wie gesagt: 8$, das sind in etwa 5€. Die kann man schon mal hin legen.

craters of the moon

Auch hier hatte ich leider das Wetterproblem und deshalb sind die Bilder eher bescheiden (davon abgesehen, dass ich ein miserabler Landschaftsfotograf bin, aber das hatten wir ja schon…). Craters of the Moon ist insgesamt ziemlich cool, aber lange nicht so spektakulär wie das Waimangu Volcanic Valley. Das hat mich echt von den Socken gehauen!

 

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Jetzt bin ich mittlerweile wie gesagt in Taupo angekommen, wo ich mir etwas Internet schnorre. Das ist schon ziemlich praktisch mit den Bibliotheken! Ich denke ich werde über Nacht noch mal etwas raus aus der Stadt fahren auf einen kostenlosen Campingplatz. Und ab morgen schaue ich mir dann diese Stadt bzw. das Umland an. Alleine der See verspricht ja schon so einiges!.

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